Wer diese Zeilen liest, erhält die Antwort auf die vielleicht allerletzten Fragen, die sich ihm stellen. Darauf, wie die Welt, die ihn umschließt, hinter den Vorhängen waltet und funktioniert. Für die meisten verläuft das Leben wie ein glatter Strahl mit einem klaren Anfang und dem genauso fest definierten Ende; und obwohl tagtäglich mit selbigem konfrontiert, kann sich der Einzelne auf sich allein angewandt vom Tod nur schwer ein Bild ausmalen. Auf den folgenden Seiten wird von fremden Wesen und Kreaturen die Rede sein, die manch einer nur in seinem Kleiderschrank oder nachts unter dem Bett vermuten würde. Doch es gibt sie wirklich. Vielleicht nicht in dieser Welt – so leben sie dennoch manchmal näher als wir glauben; sie geifern, gieren, greifen nach unserer Zeit.
Kurzum liegen abertausende und mehr Welten, Linien oder Dimensionen eng nebeneinander. All jene Ströme sind irgendwo miteinander verwoben. Endet der eine, springt das Leben in ihm auf den nächstliegenden über. Einigen ganz Wenigen ist es nun vorbehalten, zwischen diesen Strömen frei umher zu reisen. Noch bevor die zuletzt besuchte Welt auf ewig erlischt, können wir Wächter einen anderen Pfad einschlagen, sogar den nächstfolgenden einfach überspringen und dort von der Umgebung zumeist unbemerkt beobachten sowie agieren. Dabei gibt es jedoch strikte Regeln, deren Befolgung unabdingbar ist, um den Fluss der Ströme nicht zu stören. Dies sind nun die Erzählungen aus den Augen eines Reisenden, die gesehen haben, welche Tragödien, aber auch wahre Wunder sich in dieser und jeder anderen Welt ereigneten.
Regeln für Zeitreisende
Wenn Zeiten ineinander fließen,
Ein Strom mit seinem Leben endet,
Die Welt versiegt, um neu zu sprießen,
So blicket nie zurück und wendet.
Im Traum erst kann die Welt vergessen,
Neu auferstehen, wieder blühen,
Und weichen, was sie hat zerfressen,
Um dann im frischen Glanz zu glühen.
Drum lasset deshalb alles liegen –
Erinnerungen, Hab und Gut,
Denn alles Alte kann schwer wiegen,
Und schaffen neue, böse Glut.
Agieret nur mit größter Acht –
Damit die Ströme zueinander führen,
Verwaltet, lenket mit Bedacht,
Doch ohne selbst die Hand zu rühren.
gez. Theodeus
Die komplette Sammlung von Anfang an: A Christmas Diary – Das Tagebuch der Wünsche
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